In diesem Sommer lädt Pia dazu ein, zu teilen, was mich aufrichtet, wenn die Zweifel anklopfen und was mir hilft, wenn der Boden unter meinen Füßen wegzurutschen droht. Zunächst nur als kleiner Schreibimpuls für einen lauen Sommerabend gedacht, haben sich doch einige Gedanken dazu entwickelt, die ich gern zu Pias Blogparade beitragen möchte.
Was ist Zuversicht überhaupt und wozu brauchen wir sie?
Zuversicht ist eine innere Haltung, mit der wir in die Zukunft schauen. Sie bedeutet, darauf zu vertrauen, dass sich Dinge gut entwickeln können – auch wenn wir heute noch nicht wissen, wohin der Weg uns führt. Es ist die Überzeugung, dass wir Herausforderungen bewältigen und Lösungen finden können.
Warum lohnt es sich, zuversichtlich zu sein? Mit Vertrauen statt Angst in die Zukunft zu blicken, kann sich auf viele Bereiche unseres Lebens positiv auswirken: Zuversichtliche Menschen lassen sich oft weniger leicht aus der Ruhe bringen, gehen gelassener mit Herausforderungen um und verkraften Rückschläge besser. Auch auf die körperliche Gesundheit kann eine positive Grundhaltung einen günstigen Einfluss haben.
Für mich ist es auf jeden Fall ein riesiger Unterschied im Gefühl, ob ich denke: „Das wird ja eh nicht klappen“ oder ob ich darauf vertraue, dass es immer irgendwie weiter geht. Denn in diesem Moment verwandelt sich die Enge in meinem Brustraum in ein Gefühl von Weite und Leichtigkeit.
Wie entsteht Zuversicht – oder besser: Was lässt sie wachsen?
Als ich Pias Einladung für dieses Thema las, war genau das mein erster Gedanke: Woher nimmt man überhaupt die Zuversicht? Wo genau in mir wächst dieses (vielleicht noch zarte) Pflänzchen und was braucht es, um größer zu werden?
Die schlechte Nachricht zuerst: Wahrscheinlich gibt es nichts, das automatisch Zuversicht erzeugt. Sie entsteht aus einem Zusammenspiel verschiedener Erfahrungen, Überzeugungen und daraus, wie wir eine Situation innerlich bewerten. Aber es gibt einige Dinge, die wir tun können, um das (kleine) Pflänzchen weiter gedeihen zu lassen.
Zuversicht entwickelt sich beispielsweise aus der Überzeugung, dass das, was man tut, einen Sinn hat. Wenn wir Dinge tun, die uns wichtig erscheinen, machen wir oft gute Erfahrungen und haben Erfolge. Wir lernen, dass wir nicht machtlos sind und etwas in der Welt bewegen können, auch wenn es noch so klein ist. Somit stärkt dieses Bewusstsein das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und hilft uns, auch schwierige Zeiten zu meistern.
Was hilft mir, wenn sie ins Wanken gerät?
Grundsätzlich habe ich herausgefunden, dass für mich eine gute Grundstimmung die Basis für Zuversicht ist. Natürlich kann man unglückliche Momente nicht verhindern. Trotzdem versuche ich, durch viele kleine Gewohnheiten dafür zu sorgen, dass es mir im Großen und Ganzen gut geht:
- Selbstfürsorge – Ich sorge für eine gute körperliche und seelische Basis, z. B. durch ausreichend Schlaf, abwechslungsreiche Ernährung und Zeiten der Entspannung.
- Kreativität – Kreative Hobbys wie Tanzen oder Zeichnen helfen mir, im Moment anzukommen und aus dem Gedankenkarussell auszusteigen.
- Ein stärkendes Umfeld –Ich achte darauf, mich mit Menschen zu umgeben, die mir guttun und mir Kraft geben.
- Schöne Momente bewusst genießen – Schöne Erlebnisse nehme ich bewusst wahr und lasse sie noch eine Weile nachwirken, indem ich die Erinnerung daran genieße
- Vorfreude – Ich plane schöne Dinge für die Zukunft, auf die ich mich schon (lange) vorher freuen kann.
- Bewusster Nachrichtenkonsum – Ich entscheide bewusst, wie viele Nachrichten ich an mich heranlasse.
- Sinnvolle Dinge tun – Mich für Dinge einzusetzen, die mir wichtig sind und bei denen ich etwas beitragen kann, stärken mich.
Und wenn´s doch mal kritisch wird?
Gefühle zulassen: Wenn es sich doch einmal so anfühlt, als würde das Kartenhaus jeden Moment zusammenbrechen, versuche ich auch diesen Gefühlen Raum zu geben. Ich nehme sie ernst und akzeptiere, dass es jetzt erst einmal ist, wie es ist, statt sie sofort verdrängen zu wollen, nur weil sie unangenehm sind. Denn erst wenn wir Angst, Trauer oder Wut zulassen, können wir den Blick langsam wieder nach vorne richten. Oft hilft mir dann auch erstmal Rückzug und Schlaf.
Fokus verlagern: Auch wenn es mir schwerfällt, versuche ich den Blick auf die Ressourcen zu lenken. Ich frage mich: Was trägt mich trotzdem und wo gibt es Möglichkeiten statt nur Hindernisse? Wo bin ich trotzdem noch handlungsfähig? Welchen nächsten kleinen Schritt kann ich gehen?
Verbindung suchen: Auch Austausch mit anderen tut mir gut, einfach mal darüber zu reden, dass gerade alles doof ist. Das schenkt mir neue Kraft und eröffnet mir manchmal Perspektiven, die ich vorher einfach nicht sehen konnte.
Vielleicht ist Zuversicht wirklich wie ein zartes Pflänzchen: Sie wächst, wenn wir gut für sie sorgen. Und auch wenn die Blätter einmal hängen, kann sie sich wieder aufrichten. Genau das macht mir Mut – denn Zuversicht muss nicht immer groß und stark sein. Es reicht, wenn sie da ist und ich sie pflegen darf.
Liebe Ilka,
ich danke dir herzlich für diesen warmherzigen und sehr lebensnahen Beitrag zu meiner Blogparade.
Dein Bild von der Zuversicht als zartem Pflänzchen gefällt mir besonders gut. Es entlastet von dem Anspruch, immer stark und optimistisch sein zu müssen. Auch eine kleine, vorübergehend etwas schlappe Zuversicht darf da sein und braucht manchmal einfach Fürsorge.
Sehr stimmig finde ich, wie du deine zuversichtliche Grundstimmung im Alltag stärkst: durch Schlaf und Entspannung, Kreativität, wohltuende Menschen, Vorfreude und bewusst wahrgenommene schöne Momente. So entsteht ein Boden, der auch in schwierigeren Phasen tragen kann.
Gleichzeitig gibst du unangenehmen Gefühlen Raum, statt sie vorschnell wegzuschieben. Die Frage „Was trägt mich trotzdem?“ gefällt mir dabei besonders gut. Sie leugnet das Schwere nicht, öffnet aber langsam wieder den Blick für Ressourcen und den nächsten möglichen Schritt.
Danke für diesen ermutigenden Beitrag und für die Erinnerung, dass Zuversicht gepflegt werden darf.
Von Herzen
Pia